Saccharomyces boulardii

Saccharomyces boulardii CNCM I-745

CNCM I-745

Kann bei der Abwehr von C. difficile und antibiotikabedingtem Durchfall unterstützen.

Stark Evidenz100+ indexierte Studien

Schnellübersicht

Auf einen Blick

Erforschte Vorteile

  • Antibiotikaresistent: Anders als bakterielle Probiotika kann er nicht durch Antibiotika abgetötet werden, sodass er auch mitten in der Antibiotikakur weiterwirken kann.
  • Klinisch empfohlen für Kinder: von führenden europäischen pädiatrischen Gesundheitsorganisationen bei akuter Gastroenteritis genannt – eine Auszeichnung, die nur sehr wenige Probiotika teilen.
  • Setzt an der Ursache von Durchfall an: Er kann schädliche Toxine und Krankheitserreger im Darm direkt neutralisieren, statt nur Symptome zu überdecken.
  • Kann helfen, dein Darm-Ökosystem nach einer Erkrankung oder Antibiotikaeinnahme schneller wieder aufzubauen, damit du dich schneller wieder wie du selbst fühlst.

Anwendung & Dosierung

Klinisch untersuchte Dosierung

250–500 mg (etwa 5–10 Milliarden KBE) zweimal täglich

Verfügbare Formen

KapselnPulverbeutelOrale Suspension (Flüssigform)Kautabletten (für Kinder)

Klinische Evidenz

Dieses hefebasierte Probiotikum kann C. diff und Reisedurchfall entgegenwirken: Saccharomyces boulardii CNCM I-745

Stell dir deinen Darm wie eine geschäftige Stadt mit einem eigenen Ökosystem vor – Millionen nützlicher Bakterien, die dafür sorgen, dass alles reibungslos läuft. Nimmst du Antibiotika, gleicht das einem stadtweiten Stromausfall: Die guten Bewohner werden zusammen mit den schlechten ausgelöscht, und es entsteht ein Vakuum, in das opportunistische Unruhestifter eindringen können. Genau hier kommt Saccharomyces boulardii CNCM I-745 ins Spiel. Dieses probiotische Hefepilz wurde erstmals in den 1920er Jahren aus tropischen Litschi- und Mangostanfrüchten isoliert und zählt seither zu den bestuntersuchten Probiotika überhaupt. Da es sich um eine Hefe (einen Pilz) und nicht um ein Bakterium handelt, können Antibiotika ihm nichts anhaben – das macht ihn zu einem der wenigen Probiotika, die man tatsächlich begleitend zu einer Antibiotikatherapie einnehmen kann, ohne dass die Wirkung verloren geht. Einmal im Darm angekommen, agiert er wie ein Sicherheitsteam und eine Aufräumtruppe zugleich: Er bindet sich physisch an schädliche Krankheitserreger und deren Toxine, hilft beim Wiederaufbau der schützenden Darmschleimhaut und sendet beruhigende Signale an eine überaktive Immunreaktion – kurz: Er bringt so schnell wie möglich wieder Ordnung in die 'Stadt'.

Die Beschwerdebilder, für die dieser Stamm am gründlichsten untersucht wurde, erzählen eine klare Geschichte: Es handelt sich um ein Probiotikum für echte Darm-Notfälle. Menschen, die eine Antibiotikakur einnehmen – ob wegen einer Nasennebenhöhlenentzündung oder einer Zahnbehandlung – erleben häufig lockeren, dringenden Durchfall als Nebenwirkung. Klinische Studien zeigen durchgängig, dass die begleitende Einnahme dieser Hefe das Risiko dafür deutlich senkt; in einigen Praxisstudien waren Anwender bei der Nachuntersuchung deutlich häufiger durchfallfrei als jene ohne Einnahme. Für Menschen, die von einer Auslandsreise mit dem sogenannten Reisedurchfall zurückkommen, zählt dieser Stamm zu den evidenzbasierten Top-Empfehlungen internationaler Leitlinien. Er wird auch als unterstützendes Mittel bei Clostridioides difficile (C. diff) untersucht – einer hartnäckigen, mitunter gefährlichen Infektion, die häufig nach einer Antibiotikaeinnahme auftritt. Besonders eindrucksvoll ist die Evidenzlage bei Kindern: Mehrere große Studienanalysen zeigen, dass er die Dauer einer akuten Gastroenteritis (Magen-Darm-Infekt) um über einen Tag verkürzen und Krankenhausaufenthalte reduzieren kann – Ergebnisse, die dazu geführt haben, dass führende pädiatrische Gesundheitsorganisationen in Europa ihn offiziell empfehlen. Über akute Darm-Notfälle hinaus zeigt er auch vielversprechendes Potenzial für Menschen mit durchfallbetontem Reizdarm und bakterieller Dünndarmfehlbesiedlung, wo er zu einem gesünderen Gleichgewicht der Darmflora beitragen und unangenehme Blähungen sowie unregelmäßige Toilettengewohnheiten lindern kann.

Eine der herausragenden Eigenschaften dieses Stammes ist seine gute Verträglichkeit über alle Altersgruppen hinweg – bei Kindern von Kindesalter an, bei älteren Menschen und bei Erwachsenen mit chronischen Verdauungsbeschwerden. Er wandert durch den Darm, ohne sich dauerhaft anzusiedeln, das heißt, er verrichtet seine Arbeit und wird dann natürlich wieder ausgeschieden – was auch sehr unwahrscheinlich macht, dass er ein gesundes Mikrobiom stört. Die typische Einnahmedauer richtet sich nach dem jeweiligen Auslöser: Bei Antibiotikakuren wird er für die Dauer der Antibiotikaeinnahme plus ein paar Tage danach eingenommen; zur Vorbeugung von Reisedurchfall beginnt man einige Tage vor der Abreise und setzt die Einnahme während der gesamten Reise fort. Ein wichtiger Sicherheitshinweis: Menschen mit geschwächtem Immunsystem, mit zentralvenösen Kathetern oder kritisch Kranke sollten vor der Anwendung eines lebenden Probiotikums ärztlichen Rat einholen, da es bei sehr anfälligen Patienten in seltenen Fällen Berichte über Hefepilze im Blutkreislauf gibt. Für die überwiegende Mehrheit gesunder Menschen und Kinder hat dieser Stamm jedoch eine hervorragende, über Jahrzehnte klinischer Anwendung belegte Sicherheitsbilanz. Als zusätzlichen Bonus deutet aufkommende Forschung darauf hin, dass er auch beim Schutz der Darmschleimhaut während der Einnahme gängiger Schmerzmittel (NSAR) helfen, die Nebenwirkungen einer Helicobacter-pylori-Eradikationstherapie reduzieren und sogar zur Verringerung der Verbreitung von Antibiotikaresistenzgenen im Darm beitragen kann – zusätzliche interessante Facetten eines ohnehin schon beeindruckenden klinischen Profils.


Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen


Quellen

Wissenschaftliche Referenzen

Kuratiert von

Clara Hayes

Clara Hayes

Leitende Forschungsredakteurin

Clara leitet die Zusammenstellung und Überprüfung von Mikrobiomforschung für unsere Plattform. Mit umfassender Erfahrung in der Übersetzung komplexer wissenschaftlicher Literatur in verständliche Erkenntnisse stellt sie sicher, dass jedes Stammprofil auf peer-reviewter Evidenz und sachlicher Genauigkeit basiert.

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