Bifidobacterium breve

Bifidobacterium breve BBG-001

BBG-001

Unterstützung der Darmentwicklung bei Frühgeborenen im Rahmen der NEC-Präventionsforschung.

Vorläufig Evidenz3+ indexierte Studien

Schnellübersicht

Auf einen Blick

Erforschte Vorteile

  • Zu den am gründlichsten getesteten Probiotikastämmen in der Neonatologie gehörend – gestützt auf eine groß angelegte klinische Studie nach Goldstandard
  • Als sicher bestätigt, ohne gemeldete unerwünschte Ereignisse, selbst bei extrem schutzbedürftigen Frühgeborenen
  • Wegweisend für das Verständnis der Wissenschaft, wie Probiotika zur NEC-Prävention korrekt geprüft und ausgewählt werden sollten
  • Teil eines anhaltenden Forschungsvermächtnisses, das weiterhin die Suche nach wirksamen darmschützenden Probiotika für Frühgeborene leitet

Anwendung & Dosierung

Klinisch untersuchte Dosierung

ca. 1 Milliarde KBE/Tag (enteral, in verdünnter Säuglingsnahrung)

Verfügbare Formen

Pulver (gemischt in verdünnte elementare Säuglingsnahrung)Enterale Flüssigzubereitung

Klinische Evidenz

Darmschutz bei Frühgeborenen untersucht: Bifidobacterium breve BBG-001

Wenn ein Baby Wochen oder gar Monate zu früh zur Welt kommt, gehört der Darm zu den verletzlichsten Teilen seines winzigen Körpers. Er ist noch nicht vollständig ausgebildet, noch nicht vollständig abgedichtet und noch nicht von den hilfreichen Bakterien besiedelt, die er zum Gedeihen braucht. Stellen Sie sich eine gesunde Darmschleimhaut wie eine gut gebaute Backsteinmauer vor: eng gefügt, schützend und schwer zu durchdringen. Bei einem Frühgeborenen gleicht diese Mauer eher einem locker gestapelten Steinhaufen, durch den schädliche Bakterien und Giftstoffe leichter hindurchschlüpfen können. Das ist einer der Gründe, warum Frühgeborene ein ernstes Risiko für eine Erkrankung namens nekrotisierende Enterokolitis (NEC) tragen – eine schwere Darmentzündung, die lebensbedrohlich sein kann. Wissenschaftler haben seit langem die Theorie verfolgt, dass das frühzeitige Einbringen der richtigen freundlichen Bakterien – ein Probiotikum – helfen könnte, diese Mauer zu 'abdichten' und diese fragilen Säuglinge zu schützen. Bifidobacterium breve BBG-001 war ein solcher Kandidat, ein Stamm, der ausgewählt wurde, weil Bifidobacterium-Arten zu den dominanten Bakterien gehören, die natürlicherweise im Darm gesunder gestillter Babys vorkommen.

Um zu testen, ob BBG-001 helfen könnte, führten Forscher eine der strengsten und ehrgeizigstes Probiotikasstudien durch, die je in der Neonatologie durchgeführt wurden: die PiPS-Studie. Über 1.300 Frühgeborene, die vor der 31. Schwangerschaftswoche geboren wurden, wurden in Dutzenden von Krankenhäusern eingeschlossen. Die eine Hälfte erhielt täglich eine Dosis des Probiotikums, die andere Hälfte ein Placebo. Die Forscher verfolgten drei wichtige Ergebnisse: die Entwicklung von NEC, gefährliche Blutbahninfektionen (Late-onset-Sepsis) und den Tod vor der Entlassung. Trotz des enormen Umfangs und des sorgfältigen Studiendesigns fanden die Forscher keinen bedeutsamen Unterschied zwischen den beiden Gruppen in Bezug auf eines dieser Ergebnisse. Eine Folgeuntersuchung ging noch tiefer, indem sie untersuchte, was in den Därmen der Babys vorging – sie maß Dinge wie die 'Durchlässigkeit' des Darms (wie leicht schädliche Stoffe durch die Darmwand gelangen konnten), das Gleichgewicht der Bakterien in den Stühlen und Anzeichen von Darmentzündungen. Die Ergebnisse waren konsistent: BBG-001 verschob die Darmumgebung nicht in eine schützende Richtung. Für Familien und Kliniker, die auf eine eindeutige Antwort gehofft hatten, waren diese Ergebnisse enttäuschend – aber sie waren auch ein entscheidender wissenschaftlicher Beitrag.

Eine der wichtigsten Lehren aus der BBG-001-Forschung ist, dass nicht alle Probiotika gleich sind – und dass die Wahl des Stammes enorm wichtig ist. Die wissenschaftliche Gemeinschaft hatte zuvor viele verschiedene Probiotikastudien in gemeinsamen Auswertungen zusammengefasst, was den Eindruck erweckte, dass Probiotika als Ganzes für Frühgeborene vorteilhaft seien. Die PiPS-Studie zeigte eindrucksvoll, dass ein einzelner, spezifischer Stamm auf seine eigenen Verdienste hin rigoros getestet werden muss, bevor er bei gefährdeten Neugeborenen breit eingesetzt wird. Wichtig ist, dass die Studie nach den höchsten pharmazeutischen Sicherheitsstandards durchgeführt wurde und keine probiotikabedingten unerwünschten Ereignisse berichtet wurden. Dies bestätigt, dass BBG-001 selbst bei extrem unreifen Frühgeborenen gut vertragen wurde. Für Neonatologen und Forscher hat die BBG-001-Geschichte sich als äußerst wertvoll erwiesen: Sie hat dazu beigetragen, einen Rahmen für die Prüfung von Probiotikastämmen anhand messbarer Darmgesundheitsmarker zu entwickeln, bevor sie in große klinische Studien überführt werden. Das ebnet möglicherweise den Weg für die Entdeckung eines Stammes, der wirklich wirkt. Wenn Sie Elternteil eines Frühgeborenen sind und neugierig auf den Einsatz von Probiotika im Neonatalbereich sind, sprechen Sie immer mit dem Spezialistenteam Ihres Babys. Ernährungsentscheidungen in der Neonatologie sind sehr individuell und erfordern fachkundige Begleitung.


Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen


Quellen

Wissenschaftliche Referenzen

Kuratiert von

Clara Hayes

Clara Hayes

Leitende Forschungsredakteurin

Clara leitet die Zusammenstellung und Überprüfung von Mikrobiomforschung für unsere Plattform. Mit umfassender Erfahrung in der Übersetzung komplexer wissenschaftlicher Literatur in verständliche Erkenntnisse stellt sie sicher, dass jedes Stammprofil auf peer-reviewter Evidenz und sachlicher Genauigkeit basiert.

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